Historie des Aasees

Die Entstehung des Aasees
Mit der Idee des Zoodirektors fing alles an – leider hat Prof. Landois den Bau und die Fertigstellung „seines“ Aasees nicht mehr miterlebt. Er hätte allem Grund gehabt stolz zu sein! In vielen Bereichen profitieren die Münsteraner heute von seiner visionären und fortschrittlichen Idee – auch wenn die Meisten nicht mehr wissen, dass der Aasee ursprünglich vor allem vor Stadtüberflutungen schützen sollte. Der Wissenschaftler, Lehrer, Theologe und erster Zoodirektor Münsters Prof. Hermann Landois (1835 – 1905) hatte die Idee des Aasee-Projektes als Erster. Dabei ging es ihm um die Verschönerung des Stadtbilds, die Anreicherung des Grundwassers zur Trinkwasserversorgung, die Fischzucht im See, die sportliche Nutzung wie Rudern, Segeln und Schwimmen. Und schließlich aus hygienischer Sicht die Spülung des Aabetts v.a. im Sommer, wenn die Aa, als „Abwasserkanal“ der Stadt, durch hohe Temperaturen schnell zur Quelle von Krankheitserregern werden konnte.

In erster Linie sollte der Stausee jedoch den dringend notwendigen Schutz der Aa-Anlieger vor den Hochwassergefahren ermöglichen. Bis dahin schlängelte sich die Aa, die von ihrer Quelle in den Baumbergen nordwestlich von Havixbeck gespeist wird, durch die feuchten und sumpfigen Wiesen im Bereich des heutigen Sees und bereitete den Menschen vor allem bei Hochwasser große Probleme.

Der Aasee wird gebaut
Im Frühjahr 1914 begonnen, unterbrach der 1. Weltkrieg den weiteren Baufortschritt für die kommenden Jahre. Der endültige Bau des Aasees wurde letztendlich durch die Hochwasserkatastrophe von 1925 vorangetrieben. Der „alte Aasee“ – bis zur heutigen Torminbrücke – wurde von 1926 bis 1934 angelegt.

Weil die Nutzungsansprüche im Lauf der Jahre immer größer wurden, wurde daher 1972 bis 1976 der „neue Aasee“ – hinter der Torminbrücke – angelegt und die Gesamtfläche des Sees auf das Doppelte vergrößert. Auch Freizeitmöglichkeiten wurden mitentwickelt: Bis in die 80er Jahre entstand auf diese Weise z.B. eine 2000 m lange Ruder-Regattastrecke für nationale und internationale Wettbewerbe. Außerdem entstanden die Freizeiteinrichtungen Freilichtmuseum Mühlenhof, Allwetterzoo und Naturkundemuseum mit Planetarium.

Gleichzeitig wurde aber auch mehr Wert auf eine landschaftsgerechte Gestaltung der angrenzenden Ufer und Flächen gelegt. Das Ufer ist teilweise mit Röhricht und Gehölzen bepflanzt und oberhalb des Zookanals als Schutzzone für Wasservögel angelegt worden.