Kurioses

„Wer Aasee muss auch B“ – Die Blosewinds singen das Lied unserer See.
(Fundstück von netzberg auf YouTube)

Münsteraner wehren sich!
„Ins Wasser mit den hässlichen Teilen!“ – aber die Betonkugeln lassen sich bei der nächtlichen Aktion nicht so einfach in den Aasee rollen. Aufgebrachte Münsteraner Bürger müssen sie stehen lassen. Jahre später feiert die ganze Stadt die Kunst-Kugeln.
Als der Künstler Claes Oldenburg 1977 seine Skulptur „Giant Pool Balls“ – 3 riesige Betonkugeln – am Aasee in Münster aufstellt, ist die Ablehnung groß. Doch die als „bürgerlich-verpennt geltende westfälische Metropole“ (1) macht das mit Absicht:
Eine Skulptur des Amerikaners Rickey erregt einige Zeit zuvor die Gemüter so sehr, dass der Kulturdezernent Janssen Nachhilfe in Sachen Kunst für notwendig hält. Er ruft eine große Skulpturausstellung ins Leben, die mit neuen, über die Stadt verstreuten Arbeiten kombiniert wird – darunter auch die Oldenburgschen Kugeln.

Sein Plan geht auf: Die Münsteraner gewöhnen sich an die Werke. Und als weitere Skulpturenausstellungen 1987 und 1997 folgen, die große internationale Resonanz finden, sind sie regelrecht stolz auf die fortschrittliche Kultur ihrer Stadt. (1) Rudolf Grosskopff: „Das kann meine Tochter auch“ – In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt 25/1997 Philipp Sanke

Woher kommt eigentlich der Name Aa?
Aa, im Alpenraum Ache (althochdeutsch Aha, vgl. schwedisch å; „dänisch Aa“, „Wasser, Fluss“, verwandt mit dem lateinischen aqua) ist der Name zahlreicher Flüsse oder Bäche im deutschen Sprachraum. Die Bezeichnung Aa kommt auch in Zusammensetzungen vor, z. B. Fulda (Fuld-aha), Nidda (Nid-aha), Salzach ( Salzaha) usw.

Allein in Norddeutschland und den Niederlanden fließen elf Aas. Ein Fluss ist in Frankreich so benannt und drei in der Schweiz. Ähnliche Flussnamen sind Aabach, Aar, Ache, Ahr und Aare.

Rohrbach-Mordfall
Der Rohrbach-Mordfall ist Münsters bekanntester Mordfall. Ende der 50er Jahre fand man im Aasee eine Leiche ohne Kopf. Die Richter schickten Maria Rohrbach, die Ehefrau, lebenslänglich ins Zuchthaus. Sie habe ihren Mann ermordet und den Kopf der Leiche im Küchenofen verbrannt, urteilte ein Gutachter. Kurz später jedoch, im Sommer 1959, fand man den Kopf in einem ausgetrockneten Tümpel. Der Prozess wurde neu aufgerollt und Maria Rohrbach freigesprochen. Der Schuldige wurde jedoch nie gefunden. Gleich drei mal wurde diesem Aufsehen errengenden Mordfall ein filmisches Denkmal gesetzt: Zweimal sind es Tatort-Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), die sich mit Aasee-Leichen herumplagen müssen.

In der Folge „Mörderspiele“ ist es eine junge Frau, die Unmengen von Rotwein und Trüffeln zu sich genommen haben muss. Eine weitere Leiche im Aasee gibt es in der Folge „Sag nichts zur Familie“, bei der in der Nähe des Aasee eine übel zugerichtete, nackte Männerleiche entdeckt wird. „Offener Schädelbruch“ lautet hier der Befund von Prof. Karl-Friedrich Boerne.

Der Dritte im Bunde ist der chaotisch-sympathische Privatdetektiv Wilsberg mit der Folge: „Wilsberg und die Tote im See“. Im Mittelpunkt steht der mysteriöse Tod einer jungen Frau, deren Leiche im Aasee gefunden wird.‘

Die ,,schwarze Petra‘‘
… 2006 schlug Schwänin Petra in Münster hohe Wellen. Sie liebte ein Tretboot. Jahrelang buhlte Petra um das herzlose Ding, dann fand die Affäre ein abruptes Ende. Seit 2009 galt sie als verschollen, tauchte später in Osnabrück in einer Betreuungsstation für Wildvögel wieder auf, verliebte sich dann tatsächlich in einen männlichen Trauerschwan. Und auch dem aus dieser „Liaison“ hervorgehenden Nachwuchs werden schräge Verhaltensweisen nachgesagt …