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Münsteraner wehren sich!
„Ins Wasser mit den hässlichen Teilen!“ – aber die Betonkugeln lassen sich bei der nächtlichen Aktion nicht so einfach in den Aasee rollen. Aufgebrachte Münsteraner Bürger müssen sie stehen lassen. Als der Künstler Claes Oldenburg 1977 seine Skulptur „Giant Pool Balls“ – 3 riesige Betonkugeln – am Aasee in Münster aufstellt, ist die Ablehnung groß.
Jahre später feiert die ganze Stadt die Kunst-Kugeln.

Doch die als „bürgerlich-verpennt geltende westfälische Metropole“ (1) macht das mit Absicht:
Eine Skulptur des Amerikaners Rickey erregt einige Zeit zuvor die Gemüter so sehr, dass der Kultur-dezernent Janssen Nachhilfe in Sachen Kunst für notwendig hält. Er ruft eine große Skulpturen-
Ausstellung ins Leben, die mit neuen, über die Stadt verstreuten Arbeiten kombiniert wird – darunter auch die Oldenburgschen Kugeln.

Sein Plan geht auf: Die Münsteraner gewöhnen sich an die Werke. Und als weitere Skulpturenaus-stellungen 1987 und 1997 folgen, die große internationale Resonanz finden, sind sie regelrecht stolz auf die fortschrittliche Kultur ihrer Stadt.
(1) Rudolf Grosskopff: „Das kann meine Tochter auch“ – In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt 25/1997
Philipp Sanke, zitiert nach:
http://www.geschichte.nrw.de
 
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